Wer nach Eichstätt kommt, hebt irgendwann den Blick: Auf einem schmalen Felssporn über der Altstadt thront die Willibaldsburg, 464 Meter über dem Meer und rund hundert Meter über dem Altmühltal. Die fast 420 Meter lange Anlage aus Bastionen, Renaissance-Palast und gotischen Mauern ist das Wahrzeichen der Stadt — und eines der lohnendsten Ausflugsziele im Eichstätter Jura. Wir zeigen, was die Burg heute so besonders macht und wie Sie den Besuch am besten planen.
Vom Bischofssitz zur Museumsburg
Die Ursprünge der Willibaldsburg reichen bis ins Jahr 1070 zurück, als der Eichstätter Bischof Gundekar II. eine erste Befestigung auf dem Felssporn errichten ließ. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts bauten die Fürstbischöfe die Anlage zu ihrer Residenz aus. Bischof Johann Konrad von Gemmingen beauftragte 1609 den Augsburger Baumeister Elias Holl mit einem neuen Renaissance-Palast — hohe Doppeltürme mit oktogonalen Helmen prägen die Silhouette bis heute. Im Inneren hat sich die gotische „Dürnitz“ mit ihrem fünfschiffigen Kreuzgratgewölbe auf einem zentralen Pfeiler erhalten, ein stiller Raum voller atmosphärischer Tiefe.
1725 verlegten die Bischöfe ihren Wohnsitz hinab in die Stadt, die Burg verfiel nach und nach. Erst 1829 kaufte das Königreich Bayern die Anlage zurück. Ab 1962 begann eine große Restaurierung, 1976 öffnete mit dem Jura-Museum die erste große Schausammlung. Seither ist die Burg vor allem eines: ein Besuchermagnet, der Geschichte, Natur und Kunst auf einem Hügel vereint.
Zwei Museen, ein Urvogel
Zwei Museen teilen sich die Innenräume der Willibaldsburg. Das Jura-Museum zeigt die Fossilien der Solnhofener Plattenkalke — 150 Millionen Jahre alte Zeitzeugen aus einer tropischen Lagune. Hauptattraktion ist ein vollständiges Exemplar des Archaeopteryx, des berühmten Urvogels, der das Bindeglied zwischen Dinosauriern und heutigen Vögeln markiert. Dazu Aquarien, in denen sich die Riffwelt jener Urzeit lebendig nachvollziehen lässt.
Im Museum für Ur- und Frühgeschichte reicht die Zeitreise von der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter. Wer das Altmühltal als gewachsene Kulturlandschaft verstehen will, bekommt hier den nötigen Hintergrund. Die beiden Sammlungen ergeben zusammen einen stimmigen Halbtagsausflug — gerade an Tagen, an denen das Wetter Wanderungen wie auf dem Altmühltal-Panoramaweg erschwert.
Eichstätt-Motive aus dem Heimatlinien-Shop
Der Bastionsgarten und der Hortus Eystettensis
Hinter der hohen Festungsmauer verbirgt sich ein Kleinod, das jedes Frühjahr aufs Neue verzaubert: der Bastionsgarten. 1998 rekonstruiert, erinnert er an den legendären Hortus Eystettensis — jenen fürstbischöflichen Pflanzengarten des frühen 17. Jahrhunderts, dessen prachtvolles Kupferstich-Florilegium bis heute zu den bedeutendsten botanischen Werken der Barockzeit zählt. Historische Sorten, Heilkräuter und Blumenrabatten sind so angelegt wie vor rund vierhundert Jahren.
Zwischen April und Oktober lohnt der Garten besonders: Dann blühen Tulpen, Schwärtl und Pfingstrosen, die schon Bischof Gemmingen bestellen ließ. Vom Garten aus fällt der Blick über die Täler rund um Eichstätt — ein Motiv, das sich in vielen unserer Aquarelle wiederfindet.
Anfahrt, Aussicht und Zeitplan
Die Willibaldsburg liegt westlich der Altstadt auf dem gleichnamigen Burgberg. Wer zu Fuß geht, erreicht sie in etwa 20 Minuten über den steilen Burgsteig — ein kleiner, aber lohnender Aufstieg über alte Sandsteinpflaster und durch kleine Hohlwege. Autofahrerinnen und Autofahrer parken direkt am Burgvorplatz, wo die Plätze allerdings begrenzt und gebührenpflichtig sind. Auch mit dem Fahrrad lässt sie sich vom Altmühltal-Radweg aus gut erreichen, die letzten Meter bergauf sind dann aber ruhig zu schieben.
Planen Sie für beide Museen plus Bastionsgarten mindestens zweieinhalb Stunden ein — wer die Ausblicke genießen und eine Brotzeit am Aussichtspunkt einlegen möchte, nimmt sich besser einen halben Tag. Der Blütenhöhepunkt im Garten liegt meist Mitte Mai bis Ende Juni, doch bereits im April blitzen die ersten Tulpen zwischen den Buchsbeeten hervor. Für Fotografen und Aquarellfreunde ist das Licht am späten Nachmittag besonders schön — dann leuchten die hellen Jurakalkfassaden warm, der Dom liegt im Gegenlicht, und die Blicke über Altstadt und Altmühl wirken wie gemalt.
Heimatlinien-Tipp
Wer den Besuch zu einem vollen Tagesausflug verlängern möchte, kombiniert die Willibaldsburg mit einem Spaziergang durch die barocke Altstadt, einem Abstecher in den Eichstätter Dom und einer Kaffeepause am Residenzplatz. Besonders schön ist anschließend ein kurzer Gang durch den Hofgarten — mit seinen geschwungenen Pavillons eine barocke Ergänzung zum strengen Hortus Eystettensis oben auf dem Burgberg. Zwei Gartenwelten an einem Tag, verbunden durch einen halbstündigen Fußweg.
Viele unserer Kundinnen und Kunden bringen sich von dort eine kleine Erinnerung mit — eine Postkarte der Willibaldsburg, ein Aquarell-Kalender oder ein Kaffeebecher mit Motiv. Unsere handgezeichneten Postkarten aus Eichstätt und dem Altmühltal sind genau dafür gemacht: als Gruß nach Hause oder als Andenken an einen Tag, an dem die Sonne über der Burg langsam in den Jurakalk gesunken ist. Schauen Sie vorbei und nehmen Sie sich Ihr Lieblingsmotiv mit nach Hause.
Quellen & Bildnachweise
Quellen
Bildnachweise
- Titelbild: Eichstätt — Willibaldsburg (3).jpg von digital cat aus München, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
